Als Haubarg bezeichnet man ein mit Reed bedecktes, friesisches Bauernhaus. In den Bauernhäusern wohnten sowohl die Menschen, als auch das Vieh gemeinsam unter einem Dach, weswegen die Häuser so riesig gebaut wurden. Jeder lebte in seinem Bereich des Gebäudes.

Der rote Haubarg ist im Jahr 1647 erbaut worden und steht südlich der Gemeinde Simonsberg im Adolfskoog. Der Baustil ist dem der Niederländer nachempfunden und für einen Bauernhof ungewöhnlich hoch gebaut worden. Die Größe des Bauernhauses ist ein Zeichen von damaligen Reichtum, denn nur sehr wohlhabende Familien konnten es sich leisten. Auf der Halbinsel Eiderstedt gibt es nicht mehr viele solcher Haubarge. Warum der Bauernhof jedoch „Roter Haubarg“ genannt wird, erfahren Sie bei einem Besuch in dem Gebäude. 

Der historische „Roter Haubarg“ ist der einzige eiderstedter Haubarg, der der Öffentlichkeit zugänglich gemacht worden ist. Das Museum gibt Aufschluss über das Leben auf der Halbinsel Eiderstedt zu damaliger Zeit in den konzipierten Höfen in Schleswig-Holstein. Sie können die alten landwirtschaftlichen Maschinen und Geräte aus den letzten Jahrhunderten bestaunen und sich ein Bild von der damaligen Landwirtschaft machen. Im Laufe der Jahre hat sich die Landwirtschaft sehr verändert, weiß der Museumswärter.

Dem angeschlossen ist ein Restaurant, in dem Sie warme Mahlzeiten in friesischer Atmosphäre genießen dürfen. Die Tische sind in verschiedene Stuben im Friesen-Stil aufgeteilt. Im Sommer lädt die Terrasse mit fantastischer Aussicht in den Park zum Verweilen ein. Wer kann bei dem Anblick des Tortenbuffets schon nein sagen?

Das Museum kann von Dienstag bis Sonntag von 11 bis 22 Uhr besucht werden, ebenso das Restaurant. Der Eintritt ist kostenlos, hingegen die geführten Besichtigungen sind kostenpflichtig. Die Küche des Restaurants ist von 12 bis 21 Uhr geöffnet.

Den roten Haubarg umgibt eine Sage, die den Hof geheimnisvoll und vor allem interessant macht. Die Legende besagt, dass einst ein kleines Häuschen dort stand, dessen Bewohner ein armer, junger Bauer gewesen war. Er verlor sein Herz an die Nachbarstochter des reichen Schmiedes. Doch dieser gab die Hand der Tochter nicht frei, des Mannes Armut willen. Aus lauter Verzweiflung verkaufte der junge Mann seine Seele an den Teufel, wenn dieser ihm in der Nacht ein prächtiges Haus erbaue, noch ehe der Hahn am Morgen krähte. So fing der Satan an und errichtete blitzschnell die Mauern. Aus Angst, lief der Mann zu seiner Geliebten und dessen Mutter doch verschwieg er sein Leid. Als die Alte aus dem Fenster blickte und ein herrliches Anwesen sah, dessen Dach gerade errichtet worden war, musste er bekennen, dass er aus Liebe dem Teufel seine Seele verkaufte. Die Mutter eilte in den Hühnerstall, währenddessen waren schon 99 Fenster eingesetzt, und schüttelte den Hahn, bis er Laut gab. Da fuhr der Teufel aus dem hundertsten Fenster, da er das Spiel verlor. Der Schmied willigte der Vermählung ein und so bewohnte das Paar den Haubarg und deren Nachkommen wohnen noch auf dem Gut. Nur die Fensterscheibe des hundertsten Fensters fehlt bis heute, da diese nach Einsetzen immer nachts zerbricht. Mittlerweile steht eine Statur im Park, die an die Sage vom roten Haubarg erinnert.

Im 19. Jahrhundert gründeten Anna Catharina Amussen und ihr Vetter August Friedrich Woldsen die Stiftung Asmussen-Woldsen-Vermächtnis, nachdem sie den „Roter Haubarg“ erwarben. Die Stiftung sollte ein Husumer Kindergarten und eine Witwenstiftung finanzieren und Bedürftige unterstützen.

Als Dank für das Arangemont der Stiftung, ehrte die Stadt Husum die beiden Gründer, in dem sie einen Brunnen auf dem Marktplatz in Husum errichten ließen. Der sogenannte „Asmussen-Woldsen-Brunnen“, der heute nur noch liebevoll “Tine“ genannt wird. Die Statur ist der Anna Catharina Asmussen nachempfunden.

Das Erbbaurecht an dem Gebäude Roter Haubarg übertrugen die Besitzer der Stiftung Nordfriesland. Nach Restaurierung und Sanierung, wurde die Einweihung und Wiedereröffnung gefeiert.

Seit 2011 ist der Roter Haubarg Partner vom Nationalpark Wattenmeer. Das ist eine Auszeichnung, die besagt, dass das Unternehmen nachhaltig und umweltbewusst wirtschaftet. Das war dem Betrieb und der Inhaberin Wioletta Gattorf besonders wichtig, da ihnen die Natur- und Kulturlandschaft sehr am Herzen liegen. Den roten Haubarg finden Sie hier:

Roter Haubarg

Sand 5

25889 Witzwort

Tel.: 04864 / 845

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