Das Biikebrennen in Nordfriesland zieht wieder zahlreiche Einheimische und Touristen an die Nordsee. Die Flammen der Biike brennen jedes Jahr am 21. Februar. Es ist das erste touristische Highlight des Jahres und der Nordseetourismus boomt. Zudem ist das Biikefeuer das bekannteste Volksfest in Nordfriesland und der wohl der älteste, friesische Brauch. Das Fest wird ausgelassen und gebührend gefeiert an der gesamten Nordseeküste.

Biikebrennen in St. Peter-Ording

Doch was genau ist das Biikebrennen und warum ist es so besonders?

Das Wort Biike heißt auf Hochdeutsch Bake, bzw. Feuerzeichen. Biikebrennen ist also ein Zeichen oder Hinweis, das es bereits seit über 2000 Jahren gibt. Es wird an der Nordseeküste und am Deich an vielen Orten angezündet.

Der Ursprung des Biikebrennens ist unklar. Es gibt hier mehrere Theorien. 

  1. Eine Meinung besagt, dass es ist ein heidnisches Ritual, welches christliche Missionare im 10. Jahrhundert versuchten aufzuheben. Das Biikefeuer wurde allerdings als Fastnachtsfeier fortgeführt, weswegen es noch vor der Fastenzeit stattfinden musste.
  1. Man vermutet, dass einst die Walfänger mit einer gebührenden Feier verabschiedet werden sollten, wenn diese zur See fuhren. Sie konnten dann in weiter Ferne noch das Feuermal am Festland sehen und es galt als sicheres Geleit und Orientierung.
  1. Einige sagen dem Leuchtfeuer die Verabschiedung des Winters nach.
  1. Andere behaupten, dass die Biikefeuer die bösen Geister vertreiben sollten, damit die Ernte erfolgreich wird.
  1. Möglicherweise haben die Küstenbewohner auch verirrte und orientierungslose Frachtschiffe bei Nebel angelockt und diese erbarmungslos ausgeraubt, da der Winter sehr kalt war.

Ein gemütliches Zusammenkommen

Die Bedeutung der jahrhundertalten Tradition hat sich im Laufe der Jahre mehrfach verändert und so ist der Grund des Biikebrennens leider verschwommen. Aber das tut den nordfriesischen Bewohnern keinen Abbruch an dem spektakulärem Fest. Das Volksfest ist ein nordfriesischer Brauch, der auch noch viele weitere Jahre fortgeführt wird.

Zum Biike-Feuerplatz geht es meist mit einem Fackelumzug. Dazu treffen sich die Einwohner und Gäste an einem vorher bestimmten Ort und gehen gemeinsam zum aufgetürmten Biikestapel. Dieser besteht aus Holz, Zweige und Bäumen. Häufig sind es noch die Weihnachtsbäume, sowie Adventskränze, die aufbewahrt werden.

Auf dem ein oder anderem Biikefeuer sieht man eine Strohpuppe. Diese wird auch Petermännchen genannt. Der Vermutung nach hat diese Puppe nichts mit dem heiligen Petrus zu tun, sondern mit dem Papst und dem damit verbundenen christlichen Glauben, der abgelehnt wurde (Theorie 1).

Der Folgetag ist der Petritag, an dem die katholische Kirche den Stuhl des Papstes, bzw. die Vorrangstellung des Petrus-Amtes feiert. Das betrifft das Lehramt, weswegen in einigen Orten die Schulen geschlossen bleiben. Ein Zusammenhang des Petermännchens, das im Biikefeuer aufgestellt wird, mit dem Amt des Papstes in Rom liegt somit nahe.

Die Strohpuppe symbolisiert darüber hinaus den Winter, der nun verabschiedet wird und der Frühling willkommen geheißen wird (Theorie 3).

Auf Sylt steht statt der Puppe ein Holzfass und andernorts ein Holzeimer. Bevor die Biikefeuer gezündet werden, gibt es eine Biike-Rede, die der Bürgermeister, Pastor oder Stellvertreter hält. Oftmals in dem jeweiligen friesischen Dialekt, der anschließend auf Hochdeutsch wiederholt wird. Meist endet die Ansprache mit: „Macht die Biike an“.

Das Biikebrennen ist ein regionales Zusammenstehen der Nordfriesen, das sogar mittlerweile zum Kulturerbe in Deutschland erklärt worden ist. Im Jahr 2014 hat das Welterbe UNESCO das Biikebrennen in das Verzeichnis der immateriellen Kulturgüter aufgenommen. Somit ist dieses nordfriesische Event ein etabliertes Highlight, sowohl für Einwohner, als auch Besucher.

An der gesamten Küste in NF ist das Biikebrennen zu sehen. Unter anderem in St. Peter-Ording, Husum, Nordstrand und Niebüll. Die Inseln Föhr, Amrum und Sylt, sowie die Halligen Hooge, Hamburger Hallig und Oland, um nur einige zu nennen, sind selbstredend auch dabei. Wo genau die Feuer des Biikebrennens stattfinden, erfahren Sie unter nordseetourismus.de.

Obwohl es in allen Ortschaften Friesen sind, wird unterschiedlich in den Dorfgemeinschaften und Gehöften gefeiert. So feiern die Sylter anders als die Husumer und selbst auf den Inseln und Halligen haben die Rituale ihre eigene Tradition. So entstanden beispielsweise auf manch einer Insel die Tradition, die Feuer der Nachbardörfer anzuzünden.

Doch bei allen Bräuchen steht das Biikebrennen mit feierlichen Aktivitäten und Gesang im Mittelpunkt. Plattdeutsche bzw. friesische Lieder werden gesungen und es wird ordentlich gefeiert. Die Gemeinschaft steht vor allem im Vordergrund.

Hier kommen die unterschiedlichsten Menschen zusammen, die die Biike verbindet. Während in der Abenddämmerung die Flammen des Biikefeuers in den Himmel lodern, wärmen sich die Besucher mit heißem Glühwein oder Tee-Punsch.

Glut ruht still in sich. Sanft leuchtet sie und strahlt Entspannung aus.

Feuer tänzelt in tausenden Flammen auf der Glut.

Feuer ist lebendig, wild und unberechenbar.

Feuer wird, Feuer ist, Feuer vergeht.


Wenn die Biike-Glut erlischt und die Wärme entschwindet, ist es Zeit, seine Glieder in den warmen Lokalen aufzuwärmen bei leckerem friesisch zubereitetem Grünkohlessen. Da die Restaurants und Gaststätten gut besucht werden, empfehlen wir eine Tischreservierung.

So wird das Gericht im Norden zubereitet

Bauchspeck und Zwiebelwürfel werden klassisch in Butterschmalz angebraten, bevor der Grünkohl dazu kommt. Abgelöscht mit Brühe, bekommt das Gericht mit Gewürzen und Senf Geschmack. Zum Ende hin legt man die Mettenden bzw. Pinkelwürste in den Bräter.

Die Sättigungsbeilage sind kleine, in Pelle gekochte Salzkartoffeln, die anschließend in Butter geschwenkt wurden. Zusammen mit Kassler wird der Gaumenschmaus serviert. Ein Klecks Senf darf nicht fehlen. Sehr schmackhaft, deftig und vor allem reichhaltig. Das ist das klassische Grünkohlessen im Norden.

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